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Instrumente stimmen fürs Studio

Dieser Artikel wird eine Art übersetztes Gedächtnisprotokol des folgenden Artikels: Jack Endino – Guitar Tuning Nightmares.

Warum es aktuell ein Thema für mich ist?

Es ist scheinbar gar nicht so einfach, seine Gitarre zu stimmen. Praktisch gesehen gehen mir seit geraumer Zeit meine hohe H- und E- Saite auf den Keks. Irgendwie klangen diese für mich immer off. Dazu noch der Kommentar von Kristian Kohle (deutscher Metal- Produzent): „Ich stimme die Gitarren und den Bass immer selbst, da die Musiker es nicht können“ (so oder so ähnlich). Und mein Interesse war mehr als geweckt.

Der Artikel

Ich bin vorgestern zufällig auf den oben genannten Artikel gestoßen. Seitdem ist mir ein Licht aufgegangen und mein Problem mit der E- und H-Saite gehört der Vergangenheit an.

Grundvoraussetzung für ein stimmgenaues Instrument sind neue Saiten, die man am besten am Tag zuvor aufzieht und eine korrekte Einstellung. Für Letzteres besucht Ihr am besten den Gitarrentechniker Eurer Wahl.

Es gibt nun mehrere Faktoren, die die Stimmung beeinflussen. Wenn man als Band stimmt, sollte man möglichst den gleichen Tuner verwenden, da selbst die gleichen Geräte untereinander Abweichungen haben. Für die Bühne ist das kein Problem, aber im Studio fällt dieses schnell auf.

Einer der wichtigsten Fakten (für mich) ist, dass der Attack und Ausklang, wenn man einen Ton anspielt, einen unterschiedlichen Ton haben. Anfangs ist der Ton höher und wird dann mit dem Ausklang des Tones flacher. Dieser Effekt ist größer für die dickeren Saiten und bei weniger Spannung der Saite, also zum Beispiel D statt E als Ton bei gleicher Saitenstärke.

Das hat nun den folgenden Effekt, dass selbst, wenn wir das gleiche Stimmgerät benutzen, wahrscheinlich ein anderes Stimmergebnis bekommen, wenn zwei verschiedene Personen stimmen.
Zweitens sollten wir an den Part angepasst stimmen. Lange Single Notes werden also passend auf den Ausklang gestimmt. Wenn wir aber 1/8 mit der Rhythmusgitarre spielen, sollten wir eher auf den Attack stimmen.

Ein härterer Anschlag verstärkt diesen Effekt sogar noch. Als gängiger Tipp gilt hier die tiefe E- Saite etwas niedriger zu stimmen. Die A- Saite tiefer, aber nicht so viel wie die E-Saite, den Rest normal. Das hat bei mir das Problem mit der E- & H-Saite nahezu beseitigt.

Mein Problem war also, dass die hohen Saiten im Gegensatz zu den tiefen Saiten zu tief waren. Wenn wir die tiefen Saiten nun absenken, behebt sich das Problem.
Für mich klingen zu tiefe Noten aber auch schlimmer als zu hohe. Deshalb habe ich auch noch einmal versucht, den Druck auf den Fingern der linken Hand zu erhöhen, die die hohen Saiten drücken und siehe da, endlich gefällt mir mein Ton. Hat ja nur 20 Jahre gedauert…

Flageolett- Stimmung

Eine weitere für mich doch erschreckende Erkenntnis ist, dass die Flageolett- Stimmung scheinbar ungenau ist. Zur Erklärung: hiermit meine ich die Stimmmethode, bei der Ihr die Finger über das Bundstäbchen im 5. Bund auf der oberen und dem 7. Bund auf der Saite darunter legt und anzupft.
Das Problem ist hier, dass die Gitarre und die Stimmung eben nicht 100% mathematisch sauber verläuft und sich deshalb mit jeder Saite eine kleine Ungenauigkeit addiert. Für live für mich immer noch gut genug, im Studio gibt es in Zukunft nur noch das Stimmgerät.

Bass nach Gitarren

Egal wie sehr wir auf alles achten, so wird sich immer eine gewisse Ungenauigkeit einschleichen. Rein pragmatisch gesehen ist es aber einfacher, den Bass von der Stimmung auf 20 Gitarrenspuren anzupassen, als anders herum. Deshalb spiele ich generell den Bass immer nach den Gitarren ein und werde insbesondere nach dem Stimmartikel es auch weiterhin hin tun.

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