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Vocal Production & Howard Benson

Howard Benson ist einer meiner Lieblingsproduzenten. Seine Discography ist mehr als beeindruckend und daraus resultieren einmal eben die multiplen Platin- Veröffentlichung und zwei Grammys:

  • P.O.D.
  • Halestorm
  • Flyleaf
  • Billy Talent
  • In Flames
  • Diamante
  • Mayday Parade
  • Daughtry
  • Three Doors Down
  • Simple Plan
  • Three Days Grace
  • Zebrahead
  • Creed

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Howard_Benson_production_discography

Ich möchte hier die Punkte hervorheben, die mir besonders in den Interviews aufgefallen sind und die ich für meine Produktionen mitgenommen habe. Dazu hat JST Plugins das Howard Benson Vocals Plugins im Programm, dazu mehr im zweiten Teil.

Vocal Produktions Tipps

Wenn man jetzt an die oben genannten Produktionen und Bands denkt, dann fällt einem auf, wie gut die Vocals produziert wurden und wie gut diese im Mix sitzen. Das originale Interview habe ich am Ende dieses Absatzes eingebunden. Erst einmal allerdings die Dinge, die ich für meine Produktionen mitgenommen habe und meine 1- 2 Fokuspunkte, die ich zusätzlich beachte.

  1. Performance > Pitch
    Die Emotionen, Attituden und Performances sind wichtiger, als die Töne richtig zu singen. Das habe ich für mich in den letzten Produktionen ausprobiert und für sehr gut befunden. Natürlich kann man einen komplett schiefen Take nur schwer retten, aber den Ton minimal hoch (und runter) zu schieben ist mit Melodyne, Variaudio und Co heutzutage eine Kleinigkeit. Eine mitreißende Performance können wir aber nicht am Computer zaubern, wenn vorher nichts vorhanden ist. Also achte ich mehr auf die eigentliche Performance und animiere meine Sänger(innen) richtig Gas zu geben, auch wenn mal der eine oder andere Ton daneben geht.
  2. Fokus auf den Text
    Das soll heißen, dass man dadurch, dass man die Texte bewusst betont, noch mehr Attitude herauskitzeln kann. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann man es hiermit gar nicht genug übertreiben.
  3. Stimmung mit auf den Weg geben
    Das ist ein kleiner Bonus- Tipp, der nicht direkt von Howard ist, aber gut ins Thema passt. Ich gebe meinen SängerInnen gerne einige Adjektive für die Stimmung mit auf den Weg. „Den nächsten take mal ….“ traurig, wütend, verletzt, happy, verliebt, usw. Es gibt da endlose Möglichkeiten. Gerade wenn man zum ersten Mal mit einer/m SängerIn arbeitet, ist das eine tolle Übung, um das Eis zu brechen. Auf einmal hat man dann eine Rolle und kann sich dann eher auch einmal zum Affen machen.
    Am Ende können wir als Produzenten dann beim Comping (Zusammen-
  4. setzen der Takes) aus verschiedenen Geschmacksrichtungen aussuchen, um die beste Performance zusammen zu setzen.

Das Howard Benson Vocals Plugin

In dem folgenden beschreibt Howard gut, wie er seinen Vocal Effect erreicht. Die komplette Kette hat JST- Tones in einem Plugin zusammen gefasst – Howard Benson Vocals Plugin. Hier eine kurz Zusammenfassung der wichtigsten Schritte:

  1. Massive Kompression der Stimme. Hier heißt es kleckern anstatt klotzen, um die Dynamik zu reduzieren und die Stimme nach vorne zu bringen.
  2. Man kann, wenn man will, mit Saturation arbeiten. Es kommt aber auf den Song an.
  3. EQ war nichts Besonderes.
  4. Es gibt einen Hall im Plugin. Aber Howard sagt selber, dass er eher Delays verwendet.
  5. Das eingebaute Delay ist ein sehr schönes Ping Pong- Delay. Der „LOFI“-Button hilft dabei, dass es nicht zu vordergründig wirkt.
  6. Howard arbeitet in seinen Produktionen viel mit Dopplungen. Um einen ähnlichen Effekt zu erzeugen, ist hier ein Doppler- Effekt eingebaut.
  7. Kommen wir zum Highlight für mich, um zum Howard- Benson Sound zu kommen. Das ist für mich die Stereoverbreiterung. Man kann es hier auch übertreiben. Aber es hilft ungemein, die Stimme breiter und größer klingen zu lassen, was für mich ganz klar das Element ist, das eine Howard Benson Produktion ausmacht.

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