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Gainstaging

Als Erweiterung zu meinem Artikel über das Bob Katz K- System und der kalibrierten Abhörumgebung von gestern, möchte ich heute auf das Thema Gainstaging eingehen, das zur Zeit in aller Munde ist.

Ich glaube so richtig ist das Thema aufgetaucht als es hieß, dass Plugins, die analoge Hardware emulieren, einen Sweetspot haben. Man sollte sie mit einem korrekten Pegel ansteuern. Bei den meisten digitalen Plugins ist das allerdings egal, bzw. es gibt Input Gain Regler.
Ich finde das Thema vielleicht etwas übertrieben zur Zeit, deshalb hier mein eher praktischer Ansatz.

Gainstaging in meiner Praxis

Für mich gibt es 3 Bereiche: die Endlautstärke, im Mix und die Aufnahme.

Die Endlautstärke
Das wichtigste Ziel für mich in Bezug auf meine Abhöre: den Mix auf einen RMS Wert von ca. -14db zu bekommen, um den Mix mit korrekter Lautstärke zu hören. Das passiert meist schon automatisch nach Gehör über die Fader.

Im Mix & Faderauflösung
Es gilt hier zu beachten, das Fader die beste Auflösung um die 0db Marke haben. Die Top 20 db nehmen also fast 40%- 50% der Fläche ein. Wer genau arbeiten will sollte also in diesem Bereich arbeiten.

Um dieses zu erreichen, können wir in Cubase den Inputgain- Regler oder die Clip-Gain Funktion nutzen, um dem Fader einen Teil der Arbeit abzunehmen und in dem genauen Bereich zu belassen. Spätestens meine Gruppen sind für die Feinabstimmung immer in diesem Bereich.
Da wir wissen wo die Reise hingehen soll und komfortabel nach Gehör abstimmen, ist auch dieser Schritt kein Problem.

Während der Aufnahme
Das wichtigste Ziel ist hier nicht zu clippen, also zu übersteuern (Signal zu laut aufnehmen, dass es verzerrt). Zweite Priorität ist es, nicht all zu leise aufzunehmen, um Störgeräusche zu vermeiden. ABER wir haben hier bei 24bit Aufnahmen einiges an Spielraum und müssen uns ehrlich gesagt nicht so sehr den Stress machen. Bei Instrumenten lasse ich meist 10- 12db Luft, um plötzliche Ausschwankungen nach oben zu vermeiden. Bei Sängern und Schlagzeugern eher 18 db, da sie bei der Aufnahme eigentlich immer lauter werden als beim Line- Check und Einpegeln.

Gibt es mehr zu sagen?
Das war es eigentlich auch schon, was es zu dem Thema zu sagen gibt. Kein Hexenwerk und Probleme entstehen eigentlich nur, wenn die Endlautstärke unklar ist.

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