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Ist Editing wichtiger als Mixen?

Ich habe ja durchaus viel zum Thema Mixing in der letzten Zeit geschrieben, aber mir fällt auch immer wieder auf, das gutes Editing teilweise mehr ausmacht, als das Mixing. Von der Wichtigkeit würde ich es wie folgt beschreiben:

Song > Emotionen > Performance > Aufnahme > Mixing > Mastering

Um es einmal provokant zu sagen: wir können den besten Mix der Welt machen, wenn der Song Sch***e ist, wird es nichts mit dem guten Ergebnis.

Das Editing ist also der Schritt nach der Aufnahme noch einmal in die Performance eingreifen zu können. Man sollte dazu beachten, dass es nahezu unmöglich ist, Emotionen via Editierung hinzuzu-fügen. Deshalb gilt mein Hauptaugenmerk den Emotionen bzw. einer gewissen Attitüde bei der Aufnahme, gerade bei Gesangsaufnahmen. Einen leicht schiefen Ton gerade zu biegen ist dank Melodyne und Co allerdings heutzutage eine Leichtigkeit. Wenn man kann sollte man trotzdem eine insgesamt gute Aufnahme wählen. Aber manchmal ist der emotionalste Take eben nicht der tonal sauberste.

Die Symptome

Es gibt Elemente, die Mischen sich von selbst und andere, da dreht man wie man will und es sticht einfach immer irgend etwas heraus und es will auf Teufel komm raus einfach nicht passen.
Hier habe ich für mich entdeckt, dass genau das Symptom Nummer 1 für Probleme mit der Performance schlechtes bzw. kein Editing ist.

Ich habe mir also angewöhnt, wenn sich ein Signal nicht bzw. schwer mischen lässt zu untersuchen, was mich eigentlich stört. Die Lösung ist in 95% der Fälle, dass es entweder Probleme mit dem Timing oder der Tonalität gibt, die es dann gilt zu korrigieren.

Puristen und Ehrlichkeit zu sich selbst

Man hört dann aber gerade im Homerecording- Bereich auch immer wieder Puristen und kritische Stimmen, dass Editing unethisch oder böse ist. Es ist ja nicht die natürliche Performance und Band X, man hat ja damals auch alles live aufgenommen und es war trotzdem geniale Musik. Ja das ist richtig, ABER jetzt sollte man sich vielleicht eingestehen, dass wir eben nicht Prince oder Deep Purple und das Editing einfach nötig haben, wenn wir zu einem guten Ergebnis kommen wollen. Man sollte auch nicht vergessen, dass sich unsere Hörgewohnheiten geändert haben und moderne Musik glatt gebügelt ist bis zum Abwinken. Und natürlich könnte man jetzt als Minimusiker oder Miniproduzent die Rebellion anfangen, aber damit wird man sehr, sehr wahrscheinlich nicht erfolgreich sein.

Wir reden hier immer noch über Kunst und Hobby, was es für viele ist, deshalb ist was einem selbst gefällt auch letztendlich das Entscheidende. Seid nur bitte ehrlich zu Euch selbst und mit Euch und Eurem Motiv im klaren.

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