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Frequenzkurve und Hörgewohnheiten

Für mein Monitoringsystem habe ich aktuell das Soundworks Reference 4 System. Gestern ist die neue Version herausgekommen Sound ID Reference und es gibt ein paar nette Neuerungen. Das UI wurde komplett überarbeitet und ist jetzt responsible und besitzt einen Darkmode.
Es gibt noch ein paar Bugs und ich werde die neue Version erst einmal 20 Tage lang testen und für mich überlegen, ob ein Update zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Wahl wäre. Die Kosten für das Update von der Studio Version 4 zu neuen Studio Version sind 119 €.

Wirklich gut finde ich die Möglichkeit, eigene Frequenzzielkurven zu erstellen. Und darum soll es heute gehen.

Von Tontechnikern wird gesagt, dass man einen möglichst neutralen Frequenzverlauf möchte, um einen Durchschnitt aller Systeme abzubilden. Aber entspricht das wirklich der Wahrheit?

Zum einen ist unser Gehör nicht linear und der Frequenzverlauf ist abhängig von der Lautstärke der Musik. Beschrieben wird das in der Fletcher- Munson- Kurve, mehr dazu hier Wikipedia.

Interessanter finde ich aber fast, dass sich die Hörgewohnheiten auch mit der Erfahrung ändern.

Gerade untrainierte Hörer lieben VIEL Bass, also mehr als +10 unter 100hz. Der Durchschnittshörer mag hier immer noch etwa +6 db.

In den Höhen liegt der Durchschnitt in etwa linear, wobei der untrainierte Hörer eher zu einer Anhebung der Höhen und insgesamt zur klassischen „Badewanne“ tendiert. Der trainierte Hörer wünscht sich einen leicht auslaufenden Höhenverlauf.
Verschiedene Systeme haben also unterschiedliche Zielkurven für unterschiedliche Hörer. Typisch für die meisten professionellen Systeme ist eine leichte Basserhöhung und ein ab 2- 3 khz leicht absinkender Verlauf.
Genauso ist mein System auch abgestimmt.
Quelle:
https://www.aes.org/tmpFiles/elib/20210622/17839.pdf

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