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Aurotone 5c Test – Die Mittenlupe

Vorweg: Ich werde diesen Artikel zum Auratone Test mit der Zeit aktualisieren. Für mich macht es normal überhaupt keinen Sinn etwas zu Bewerten, dass man nicht im täglichen Gebrauch hat. Trotzdem fand ich es spannend sofort über diese Boxen zu Berichten, da ich so lange mit der Kaufentscheidung gehagert habe. Die Update werden einzelne Abschnitte, ich werde also meinen original Artikel nicht verändern.
Status:
– Original Artikel vom 16.8.2021 – 24 stunden mit der Box
– 1. update 22.08 – nach einer Woche

Die Entscheidung

In meinem oben verlinkten Artikel, hatte ich ja bereits geschrieben, dass ich besonderen Wert auf die Mitten beim Mischen lege.

Seitdem ich das Buch „Mixing Secrets for the Small Studio“ gelesen habe, war ich am überlegen, ob ich mir noch eine Mittenlupe wie die Auratones zusätzlich zu meinem Focal Trios kaufen soll. Ich habe jetzt mindestens ein halbes Jahr hin und her überlegt und meistens sind Entscheidungen, die so lange reifen, gar nicht so blöd. Also habe ich letzte Woche den Entschluss gefasst, mir die Boxen zu kaufen und notfalls doch zurück zu geben.

Um es kurz zu machen ist der Vorteil der Auratones, dass es sich um ein Gehäuse ohne Bass- Reflexport handelt und dass es nur einen Treiber gibt. Hier stört also weder eine Bass- Resonanz, noch eine Phasenverschiebung durch eine Frequenzweiche.

Die Auratones 5c im Test (24 Stunden)

Als erstes zum Sound der Box. Wer sich mit den Boxen beschäftigt hat wird sicher gelesen haben, dass sie klingen sollen wie ein schlechtes Küchenradio. Für mich klingen die Boxen sehr mittig und im ersten Moment relativ grell. Die Bässe und Höhen laufen relativ frühzeitig, aber sanft aus. Was also bleibt sind wirklich sehr direkte Mitten und ich würde jetzt nicht bescheinigen, dass es tonal gut klingt oder wie ich mir Musik zum Genießen anhören wollte. Oder um es anders zu formulieren ist ein Hammer ein Hammer und eben keine antike Skulptur. Das eine ist ein Werkzeug und das andere etwas zum anschauen.

Sind die Auratones denn ein gutes Werkzeug? Das Stereobild ist durchaus gut, wobei man doch merkt, dass etwas die Höhen fehlen, um es imposant klingen zu lassen. Was aber massiv auffällt ist, wie sauber man die Mitten beurteilen kann. Die Impulswiedergabe ist hervorragend, was das Komprimieren einfacher macht. Man merkt auch, dass hier keine Frequenzweiche stört und man hört wirklich gut, wenn irgendwelche Resonanzen in unserem Mix stören. Mir fiel es auch unglaublich leicht, die Verhältnisse zwischen den Tracks vernünftig einzustellen.
Letztlich überzeugen die 2- 3 Tracks, die ich mit den Boxen neu abgestimmt habe, auch auf dem Handy und im Auto.

Es ist nicht so, dass es auf meinen Focals nicht auch gehen würde, aber ich würde die Auratones wirklich als Mittenlupe bezeichnen. Dadurch hört man einige Details einfacher.

Die Verarbeitung ist ok, ist aber jetzt nichts, was mich vom Hocker haut. Man hätte bei der Furnierung sauberer arbeiten können. Ich bin auch nicht wirklich ein Fan von den spitzen Kannten, aber hier ist man dem Original treu geblieben.

Da die 5Cs passive Boxen sind, also keine eingebaute Endstufe haben, habe ich mich für das Original entschieden, was in Kombination mit Bettermaker entstanden ist. Der kleine Kasten ist wertig und scheint die Boxen gut zu verstärken. Hier gibt es nicht auszusetzen.

Das Team

Würde ich die Auratones als alleinige Boxen empfehlen? Sehr wahrscheinlich nicht. Dafür fehlt einfach zu viel oben und unten herum. Ich bin außerdem davon überzeugt, dass man anfangs auf gut klingenden Boxen mischen sollte, da man doch so mischt, wie man es gerne hören möchte. Es fällt sehr schwer, Bässe oder Höhen zu korrigieren, die nicht den Hörgewohnheiten entsprechen.

Für mich habe ich mit den Focal Trios wirklich den passenden Lautsprecher gefunden, mit einer guten Kombination aus schön- und gutklingen, sowie analytischem Hören. Dazu passen dann auch die Auratones 5Cs als reine Analysewerkzeuge. Ob ich zu den Auratones raten würde, wenn man seine Haupt- bzw. Fullrange- Abhöre noch nicht gefunden hat, kann ich so früh nicht sagen.

Ich bin gespannt, ob sich mein Fazit in den kommenden Tagen noch ändert, aber aktuell bin ich davon überzeugt, dass die Boxen gekommen sind um zu bleiben, sonst hätte ich auch nicht zum jeztigen Zeitpunkt diesen Artikel verfasst.

1. Update – gute Entscheidung

Die Boxen sind jetzt eine Woche im Haus und ich bin sehr zufrieden. Mittlerweile habe ich einen kompletten Mix mit den Boxen gefahren und weitere Produktionen überarbeitet.

Anfangs hatte ich den Mix von Grund auf über die Auratones aufgebaut, dass lief soweit auch ganz gut. Aber ich musst ihn dann noch über die Focals abstimmen. Aber die Kombinationen aus beiden ist wirklich sehr gut. Mir fällt es irgendwie einfacher störende Frequenzen auf den Auratones zu finden und diese raus zu ziehen. Die Frequenzen die auf den Auratones nerven, nerven auch überall anders. Und es klingt zurück auf den Focals deutlich angenehmer. Ein weiteres „Problem“ der Focals ist, dass sie sehr detailliert auflösen, so dass man jede Detail in der Räumlichkeit hört, aber dadurch weiß man nicht unbedingt was bei „normalen“ Systemen noch an kommt. Das kann man mit den Auratones auch wieder etwas besser abstimmen. Trotzdem ist es schön auch die Perspektive zur sehr hohen Auflösung der Focals zu haben.

Was ich aktuell aber nur bestätigen kann ist, dass was auf den Auratones gut klingt auch überall anders gut klingt.

Dann gibt es noch die Bereiche die nicht klingen bzw nicht zu hören sind. Wieder rum ein Vorteil ist zu wissen ob der Bass und die Kick auf kleinen Boxen noch hörbar ist. Aber sonst heißt es: „hier ist Schluss“ für die Höhen und Bässe und da übernehmen dann die großen Boxen. Und groß ist ja bei den Trio 11 wirklich ein Stichwort.

Das war mein Update für diese Woche. Das nächste gibt es nächste Woche.

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